we proudly present: Wissenwertes & Kritik in den kritischen Einführungswochen an der Uni Leipzig

Pünktlich zum Semesterbeginn finden jährlich an der Uni Leipzig die „Kritischen Einführungswochen“ statt. Ziel dessen ist es, ein alternatives Lern- bzw. Weiterbildungsangebot zum universitären Geblöck anzubieten. Themen, die sonst keine Anwendung finden; Kritik, die weggeschoben wird und anderes, schlecht verwertbares „Material“ wird vom 05.-23. Oktober die Hörsäle und Seminarräume fließen. Wir mischen dabei ebenfalls mit und haben allerhand Veranstaltungen, zu denen ihr herzlich eingeladen seid:

 

„Vergessene Geschichte“: NS-Zwangsarbeit in Leipzig

Am 06.10.15 | um 13 Uhr | im Hörsaal 4

Während des Zweiten Weltkrieges war Leipzig ein wichtiger Standort der Rüstungsindustrie, in der auch viele Zwangsarbeiter_innen arbeiten mussten. Der Vortrag gibt einen Überblick über das Leipziger Lagersystem und stellt Profiteure sowie Opferbiographien vor. Außerdem soll die Frage diskutiert werden, warum Zwangsarbeit als NS-Verbrechen im öffentlichen Gedächtnis so wenig präsent ist.

Am 10. Oktober findet auf dem Gelände der Gedenkstätte eine Rundführung statt. Interessierte sind herzlich willkommen.

weitere Infos findet ihr unter:

http://www.ufz.de/gedenkstaette-zwangsarbeit-leipzig/

 

Antisemitismus und seine Erscheinungsformen. Grundlagen der Kritik

Am 09.10.15 | um 17 Uhr | im Hörsaal 4

Das Phänomen der „Judenfeindschaft“ feiert traurige Konjunktur in Zeiten der Krise. Ob als moderner, israelbezogener oder struktureller Antisemitismus, weltweit offenbaren sich die tiefsitzenden Ressentiments. Antisemitismus ist nicht unter Rassismus subsumierbar.

Der Vortrag gibt eine Einführung zum Verständnis und den Dimensionen.

 

Außerdem hat uns der Arbeitskreis Gesellschaftskritik eingeladen, zu einem zweiten Thema zu sprechen:

 

Einführung in die Kritische Theorie

Am 09.10.15 | um 19 Uhr | im Seminarraum 102, neues Seminargebäude

 

Eine Einührung in eine Theorie zu geben, die keine sein will, ist wahrlich ein schwieriges Unterfangen. Kritische Theorie zeichnet sich ihrem Selbstverständnis nach gerade durch die Abgrenzung zu dem, was im Allgemeinen unter „Theorie“ verstanden wird, aus. Dennoch muss eine Kritische Theorie der Gesellschaft, wenn sie die Wirklichkeit nicht unhinterfragt reproduzieren will, vor allem eins sein: eine negative. Nur über die Bestimmungen, was nicht ist, wird klar, was sein kann.

 

Und schlussendlich weisen wir an dieser Stelle auf einen vierten Vortrag des Arbeitskreis Gesellschaftskritik hin, der ebenfalls in den kritischen Einführungswochen stattfindet:

 

Die Universität Leipzig im Nationalsozialismus – „Arisierung“, Rüstungsforschung und Kinder-Euthanasie im akademischen Kontext.

Am 13.10.15 | um 19 Uhr | im Hörsaal 8

Direkt nach der Machtübernahme im Jahr 1933 strukturierte die nationalsozialistische Regierung die Universitäten systematisch um. An den Hochschulen wurde das Führerprinzip eingeführt, jüdische WissenschaftlerInnen ausgeschlossen und die kriegsrelevante Rüstungsforschung forciert. Auch beteiligten sich Universitätsinstitute und -kliniken an der „Rassenforschung“ sowie am Euthanasie-Programm. In dem Vortrag soll diese Entwicklung anhand des Fallbeispiels einer der ältesten und angesehensten Hochschulen Deutschlands, der Universität Leipzig, nachgezeichnet und diskutiert werden.

 

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